Ende 2024 ergab sich für uns die Möglichkeit, ein historisches Haus in unmittelbarer Nähe unserer bisherigen Bude im Herzen der Ennser Altstadt beziehen zu können. Nach mehreren Besichtigungen und intensiven Überlegungen reifte der Entschluss, diese Chance zu ergreifen – nicht nur als räumliche Erweiterung, sondern als bewusste Investition in die Zukunft unserer Verbindung.
Am 26. März 2025 wurden die hierfür notwendigen Grundlagen geschaffen und im Zuge dessen die Schlüssel an die Hilaria übergeben. Mag. Gerhard Öllinger und Hannes Steinger, BSc, begleiteten diesen Schritt und setzten damit den offiziellen Startpunkt für das wohl größte Projekt unserer Geschichte.
Ursprünglich war geplant, das neue Haus mit überschaubarem Aufwand zu adaptieren. Ein paar Farbeimer, kleinere Anpassungen – und die Übersiedlung hätte rasch erfolgen können. Schon bald wurde jedoch deutlich, dass das Objekt mehr Potenzial in sich trug. In diesem Bewusstsein reifte die Entscheidung, die Adaptierung nicht auf das Notwendigste zu beschränken, sondern eine grundlegende und nachhaltige Erneuerung vorzunehmen.
Unter der fachkundigen Leitung von Mag. Gerhard Öllinger sowie der Bauführung von Julian Oberreiter, BSc, wurde in beeindruckender Eigenleistung Außerordentliches geschaffen. Die Bauarbeiten erstreckten sich von April bis November 2025 und verlangten den beteiligten Mitgliedern ein hohes Maß an Einsatzbereitschaft, handwerklichem Geschick und Ausdauer ab. Nahezu jede Wand wurde überarbeitet, neue Raumstrukturen durch Durchbrüche geschaffen, Fenster erneuert und große Teile des Mobiliars neu angeschafft. Aus einem zuvor unscheinbaren Lokal entstand Schritt für Schritt ein modernes, funktionales und zugleich einladendes Verbindungshaus.
Am 14. November 2025 konnte das neue Verbindungshaus im Rahmen einer feierlichen Eröffnung offiziell seiner Bestimmung übergeben werden. Zahlreiche Gäste nutzten die Gelegenheit, sich persönlich ein Bild vom Ergebnis der monatelangen Arbeiten und des außergewöhnlichen Engagements unserer Mitglieder zu machen.
Die von Mag. Michael Grims und dem damaligen Senior Benjamin Arbeithuber moderierte Eröffnungsfeier entwickelte sich zu einem besonderen Höhepunkt der jüngeren Verbindungsgeschichte. Neben zahlreichen Aktiven, Alten Herren und Freunden der Hilaria durften wir auch hochrangige Ehrengäste begrüßen, darunter Frau Landeshauptmann-Stellvertreterin Mag. Christine Haberlander sowie unseren Stadtpfarrer Mag. P. Alexander Puchberger. Dieser nahm gemeinsam mit unserem Verbindungsseelsorger Mag. Dipl.-Ing. P. Johannes Martin Rupertsberger im Rahmen der Feierlichkeiten die Segnung der neuen Räumlichkeiten vor.
Ein weiteres Highlight der Eröffnungsfeier bildete die Versteigerung eines eigens im Vorfeld angefertigten Gemäldes, das das neue Verbindungshaus vor dem Ennser Stadtturm zeigt. Dank der freundlichen Leihgabe der Familie Oberreiter kann dieses Kunstwerk heute im Erdgeschoss des Verbindungshauses bewundert werden.
Die Vielzahl an positiven Rückmeldungen unterstrich eindrucksvoll die Qualität, den Umfang und die Nachhaltigkeit des Geschaffenen.
Das neue Verbindungshaus erstreckt sich nun über gleich zwei Stockwerke und bietet Raum für sämtliche Anforderungen des Verbindungslebens.
Im Erdgeschoss befindet sich der großzügige Barbereich mit vielen gemütlichen Sitzgelegenheiten, einer Chesterfield-Couch, TV, Billardraum und Dartzimmer. Erstmals steht der Verbindung zudem ein eigener Innenhof zur Verfügung, der sich ideal für gemeinsame Grillabende, Public Viewings und gesellige Zusammenkünfte eignet. Dieses Stockwerk bildet das Zentrum des täglichen Verbindungslebens und bietet insbesondere unseren jüngsten Mitgliedern einen geschützten Rahmen für Gemeinschaft und Freizeitgestaltung.
Im ersten Obergeschoss befinden sich die Räumlichkeiten für offizielle Veranstaltungen. Neben dem Kneipsaal stehen eine weitere Bar, eine kleine Ausstellung mit historischen Verbindungsgegenständen und ein Büro zur Verfügung.
Mit einer Gesamtfläche von knapp 200 Quadratmetern bietet das neue Verbindungshaus den Mitgliedern und vor allem der Ennser Schülerschaft nun einen Raum, der in dieser Form in der Stadt Enns einzigartig ist. Es ist ein Ort der Begegnung, des Lernens und der persönlichen Entfaltung – ein Haus, in dem Gemeinschaft gelebt, Verantwortung übernommen und Freundschaften fürs Leben geknüpft werden. Damit bildet das neue Verbindungshaus ein tragfähiges Fundament für die Zukunft der Hilaria und ihrer Mitglieder.
Von der A1 Westautobahn kommend nehmen Sie die Abfahrt Enns-Ost und biegen anschließend links in Richtung Enns ab. Folgen Sie der Straße geradeaus in Richtung Stadtturm bis zum Kreisverkehr. Dort nehmen Sie die erste Ausfahrt und biegen anschließend links auf die Wienerstraße in Richtung Hauptplatz ein.
Am Hauptplatz angekommen biegen Sie unmittelbar links in die Bräuergasse ein. Unser Verbindungshaus befindet sich auf der rechten Straßenseite. Dank der auffällig blauen Fassade, des großen Zirkels sowie der vom Dach wehenden Verbindungsfahne ist unser Haus leicht zu erkennen. Das Tor bildet den Haupteingang. Sollte dieses verschlossen sein, bitten wir um Betätigung der Klingel rechts neben dem Türgriff.
Unser Verbindungshaus liegt weniger als eine Gehminute vom Ennser Hauptplatz entfernt. Parkmöglichkeiten bestehen direkt am Hauptplatz sowie am Ende der Bräuergasse im Bereich des Postamts. Weitere Stellplätze befinden sich in Gehweite am Schlossparkplatz an der Mauthausener Straße (Zufahrt vom Hauptplatz).
Bis zum Jahr 2025 war die Hilaria Enns in der Bräuergasse 4a beheimatet. Über viele Jahre hinweg bildete diese Bude das Zentrum des verbindungsinternen Lebens und prägte einige Generationen von Mitgliedern nachhaltig.
Die Räumlichkeiten befanden sich in einem traditionsreichen Ennser Bürgerhaus, dessen Errichtung in etwa auf das Jahr 1560 zurückgeht und damit zeitgleich mit dem Bau des Ennser Stadtturms erfolgte. Mit seinem charakteristischen Arkadenhof und der Renaissance-Architektur stellte das Gebäude einen typischen Vertreter der Ennser Altstadt dar. Das langgezogene Haus verband zwei Gassen miteinander: Der Zugang erfolgte über die Bräuergasse, während sich die Fenster zur Linzerstraße hin öffneten. Eine besondere Eigenheit war die im Haus befindliche eigene Verbindungskapelle.
Mit dem Ende der Nutzung im Jahr 2025 ging eine prägende Ära zu Ende. Zugleich bildete sie das Fundament für den nächsten Schritt: die bewusste Weiterentwicklung und den Umzug in ein neues Verbindungshaus, das den Anforderungen der Gegenwart und der Zukunft in besonderer Weise gerecht wird.